Krisenintervention

Was ist Krisenintervention?
Krisenintervention ist die kurzfristige Betreuung von Menschen, welche nach einem traumatischen Ereignis unter akutem psychischen Schock oder unter starken seelischen Belastungen leiden.
Der Einsatz ist immer zeitlich begrenzt.
Die Krisenintervention versteht sich als eine präventive Maßnahme gegen das Entstehen einer posttraumatischen Belastungsstörung ( PTBS) und pathologischer Trauer.
Krisenintervention ist meist Rettungsdienst mit spezieller Ausbildung.
Notfallseelsorge ist meist kirchlich, die Ziele sind aber gleich.

Aufgaben der Krisenintervention:

  • Überbringen einer Todesnachricht (mit Polizei)
  • Betreuung von Opfern, Betroffenen, Angehörigen und Hinterbliebenen
  • Betreuung von Angehörigen beim Tod eines nahen Verwandten
  • Betreuung von Angehörigen nach erfolgloser Reanimation
  • Betreuung von Opfern nach Gewalttaten
  • Betreuung von Opfern sexuellen Missbrauchs
  • Betreuung bei Suizidandrohung oder Suizidversuch

Des weiteren erfolgt eine Betreuung von:

  • Opfern schwerer Unfälle
  • Betroffenen nach Bränden
  • Opfern nach Raub- Banküberfall
  • Bus- Zug- und Straßenbahnführern nach Unfällen
  • Eltern und Angehörigen bei plötzlichem Kindstod ( SIDS )
  • Hinterbliebenen nach Suizid
  • Opfern nach Geiselnahme
  • Großschadensereignissen wie z.B.Flugzeug-oder Eisenbahnunglück
  • Einsatzkräften von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst nach psychisch belastenden Einsätzen

© Krisenintervention und Notfallseelsorge Ostthüringen e.V.

Das "Kriseninterventionsteam Gera" ist anzufordern über die Zentrale Leitstelle des Rettungsdienstzweckverbandes Ostthüringen.

Dies gilt jedoch nur für Feuerwehr, Polizei und andere Berechtigte.

Kriseninterventionsteam Gera

----

Krisenintervention und Notfallseelorge in Deutschland

Eine genauere Definition des Begriffes "Krisenintervention" können Sie hier einsehen.

Krisenintervention - Begriffserklärung im Detail

 

Selbsthilfegruppe Trauerbewältigung

Trauer und Trauerbewältigung sind ein sehr wichtiges Thema in unserer Gesellschaft.

Viele Angehörige, die einen lieben Menschen verloren haben, fallen in ein tiefes Loch oder werden mit der veränderten, schwierigen Situation nicht fertig.

Sie haben bei uns die Möglichkeit, sich an die Selbsthilfegruppe "Trauerbewältigung" zu wenden.

Die Selbsthilfegruppe entstand im Jahre 2001 aus der Überlegung heraus, Menschen mit dem gleichen Problem eine Plattform zu bieten, auf der sie sich Austauschen können und auf der sie über ihre Probleme, Sorgen und Nöte mit Gleichgesinnten reden können.

Sie bekommen Hilfe und Unterstützung, können sich über Ihre Probleme unterhalten und werden immer ein offenes Ohr für Ihre Gedanken finden.

Wir sind stets für Sie da!

Auf Wunsch erhalten Sie psychologischen Beistand sowie Hilfe bei Behörden und Haushaltsfragen.
Auch individuelle Einzelgespräche sind möglich.

Wir organisieren ebenfalls eigenverantworlich Veranstaltungen oder Ausflüge, die von den Mitgliedern selbst bestimmt werden.

Für Terminanfragen rufen Sie uns bitte einfach an.

 

Trauer

Trauer kommt in jedem Leben vor. Jeder Mensch hat unabhängig von Alter, Geschlecht, Rasse, Religion oder Bildung die Erfahrung von Trauer gemacht.
Die Trauer ist ein Komplexer Prozess und kann nicht verallgemeinert werden.

Bei fast allen löst das eingebrochene Ereignis zunächst Schock und Abwehr aus. Körper und Gefühle sind wie betäubt, gelähmt und erstarrt. Es ist eine Art Schutzreaktion: Die Existenz macht zu. Ganz bei sich sein, keine falsche Reaktion. Der Wille und die Gefühle werden blockiert, das Denken ist ganz auf Selektion eingestellt.

Zunehmende Realitätsprüfung bringt die unabänderliche Wahrheit zum Tragen. Vorherige Notausgänge des Gehirns, Ausreden und Selbstbetrug sind abgeschnitten.
Die Wahrheit schlägt durch, die Existenz ist bedroht, Weltuntergangsstimmung!
Ratlosigkeit und Entscheidungsstress machen sich im Kopf breit:
Wohin? Wem glauben? Was tun?
Es ist gut wenn Helfer da sind, wenn die Wahrheit durchbricht.
Helfer als Orientierungshilfe bei den vielen Fragen.

Nachdem das Unabänderliche begiffen und seelich ausgedrückt worden ist, beginnt die Mobilmachung.
Alle eigenen Kräfte werden aktiv. Es ist ein geschäftiges Suchen, ein Kampf gegen die Auswirkung des Schicksals und gegen das Schicksal selbst.
Die mobilisierten Kräfte entladen sich in blinder Aktivität, im Suchen, in Wut gegen andere, gegen Gott und die Welt und letztlich auch gegen sich selbst.
Viele Tipps werden ausprobiert und vielleicht schon nach kurzer Zeit wieder verworfen.
Das bewegte Chaos hat seinen Höhepunkt erreicht.

Trotz aller Kraftanstrengung war das Schicksal nicht zu besiegen.
Träume zerbrechen, die Kräfte lassen nach.
In der Resignation und Ermattung machen sich Müdigkeit, Einsamkeit und Verlassenheit breit.
Der Kopf ist mit seiner Weisheit am Ende, der Wille gebrochen.
Diese Zeit der Ruhe ist dem Leidenden zu gönnen.
Doch was ist zu tun?
Distanz, Ruhe und Entspannung sind zu fördern, aber auch die Zeit ist durch vorsichtige Denkanstöße zu überwinden,um nicht in schon bewältigte Phasen zurückzufallen.

In der Ruhe wächst die Kraft, Kraft zur erneuten Situationsbearbeitung.
Jetzt geht der Kampf aber nicht mehr gegen das Schicksal, sondern es gilt, mit der Situation auf neue Weise umzugehen.
Das Denksystem, Lernprozesse und Gewohnheiten müssen neu arrangiert werden.
Die Selbsthilfekräfte werden nun eingesetzt,um dem Leiden eine neue Gestalt zu geben.
Helfer können in der aktiven Phase die Leidenden durch Hinterfragen zum Nachdenken bringen.
Den Rhythmus neu finden, Erlebnisse vermitteln, Lebensqualität verbessern, Hilfe geben beim Loslassen, beim Abschiednehmen, bei dem Entdecken neuer Formen.